Kalpa Driver Manager
KDialog basierter Treiber Manager für Kalpa Desktop
Kalpa Desktop setzt auf ein ungewöhnliches Prinzip: Das auf Tumbleweed und MicroOS aufbauende Linux-System ist von Grund auf immutabel, also unveränderlich, und spielt Updates nur als komplettes Paket ein. Genau diese Stärke bringt aber eine besondere Herausforderung mit sich, wenn es um proprietäre Hardware-Treiber geht.
In Zusammenarbeit mit dem Kalpa-Desktop-Projekt habe ich einen auf KDialog basierenden Treiber-Manager entwickelt. Das Tool liest die Hardware-IDs des Systems aus und schlägt auf dieser Grundlage passende proprietäre Treiber vor, also Treiber, die von Hardwareherstellern bereitgestellt, aber nicht offen lizenziert sind.

Der Hintergrund: Kalpa Desktop kann solche Treiber nicht von Haus aus ausliefern, da ihre Installation unter anderem die ausdrückliche Zustimmung zu einer Drittanbieter-EULA (Endnutzer-Lizenzvereinbarung) erfordert. Der Treiber-Manager zeigt diese Vereinbarung an und bittet den Nutzer um explizite Zustimmung, bevor der jeweilige Treiber installiert wird. Nach der Installation prüft der Manager außerdem, ob der Treiber korrekt geladen wurde und ordnungsgemäß funktioniert – und gibt dem Nutzer so eine direkte Rückmeldung, ob alles wie erwartet läuft.

Aktuell unterstützt der Manager den proprietären NVIDIA-Treiber für alle kompatiblen NVIDIA-Grafikkarten. Einige ältere Karten werden dabei jedoch bewusst ausgeschlossen: solche, die nur mit sehr alten Treibern betrieben werden können, entweder ohne Wayland-Unterstützung (Wayland ist der moderne Anzeigeserver, der das veraltete X11 auf Linux-Systemen ablöst) oder mit Treibern, die bekanntermaßen mit neuen Linux-Kernel-Releases inkompatibel werden.

Zwar patcht Tumbleweed, eine der Grundlagen von Kalpa Desktop, sogar veraltete Treiber für neue Kernel-Releases. Im schlechtesten Fall können dabei dennoch mehrere Monate vergehen, bis ein Treiber wieder reibungslos funktioniert.
Das ist für Kalpa Desktop besonders kritisch: Ein defekter Treiber würde als Blocker wirken und Nutzer für unbestimmte Zeit von Sicherheits- und Funktionsupdates abschneiden. Deshalb werden betroffene Karten aktiv vom Manager ausgeschlossen. Als grobe Daumenregel gilt: Alles ab der Maxwell-Generation (GTX 900-Serie und aufwärts) wird unterstützt.
Hinweis: NVIDIA hat inzwischen bestätigt, dass der R580-Treiber der letzte mit aktiver Unterstützung für Maxwell- und Pascal-Karten (GTX 900 bis GTX 1000) sein wird. Diese Karten sind damit offiziell in den Legacy-Status übergegangen – ein weiterer Grund, weshalb der Treiber-Manager für sehr alte Karten keine proprietären Treiber empfehlen kann. Das bedeutet, dass es sein kann, dass der Kalpa-Treiber-Manager diese in Zukunft aktiv ausschließen könnte, je nachdem, wie sich die Situation konkret herauskristallisiert.
Der Treiber-Manager ist noch kein fertiges Produkt. Geplant ist unter anderem die Unterstützung weiterer proprietärer Hardware, etwa diverser Broadcom-Netzwerkgeräte, sowie ROCm (AMDs Plattform für GPU-Computing, vergleichbar mit NVIDIAs CUDA) für kompatible AMD-Grafikkarten.